Beirut — Bei schlechtem Wetter ist ein äthiopisches Passagierflugzeug kurz nach dem Start im Libanon ins Mittelmeer gestürzt. Ein Flughafenvertreter in der Hauptstadt Beirut sagte, an Bord der Maschine der Ethiopian Airlines hätten sich 92 Menschen befunden. Nach Angaben des libanesischen Verteidigungsministeriums wurden am Morgen zehn Tote geborgen. Ein deutsches Schiff der UN-Mission UNIFIL übernahm die Koordination des Sucheinsatzes.
Augenzeugen hätten einen Feuerball am Himmel gesehen, dann sei die Boeing 737-800 ins Meer gestürzt, sagte der Flughafenvertreter. Den Angaben zufolge stürzte die Maschine mit 83 Passagieren und neun Besatzungsmitgliedern an Bord etwa fünf Minuten nach dem Start um 02.30 Uhr Ortszeit (01.30 Uhr MEZ) ab. Unter den Passagieren, die in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba wollten, sollen 54 Libanesen gewesen sein.
"Wir haben am Ort des Absturzes vor der Küste von Naameh südlich von Beirut zehn Leichen gefunden", sagte ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums. Libanons Präsident Michel Suleiman sagte am Morgen vor Journalisten, es gebe keinerlei Hinweise auf einen Terroranschlag. Die Fluggesellschaft Ethiopian Airlines kündigte die Entsendung eines Untersuchungsteams an, um die Unglücksursache aufzuklären.
Das Versorgungsschiff "Mosel" sei seit 6.15 Uhr MEZ an der Absturzstelle und stimme die Sucharbeiten mit Einheiten der libanesischen Marine, dem deutschen Minensuchboot "Laboe" und mehreren Hubschraubern ab, teilte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam mit. An der Suche beteiligten sich auch ein Hubschrauber der italienischen Fregatte "Zeffiro", die sich in Beirut befindet, sowie ein libanesischer Polizeihubschrauber. Die Mannschaft der "Laboe" habe drei Tote geborgen, sagte der Sprecher.
Die UNIFIL-Mission wurde im Jahr 2006 vom UN-Sicherheitsrat beschlossen und soll zu Stabilität und Sicherheit des Libanon beitragen. Die internationalen Kriegsschiffe vor der Küste des Mittelmeerlandes sollen vor allem Waffenschmuggel in das Land unterbinden.
Seit zwei Tagen gab es im Libanon heftige Regenfälle und Stürme, die zu Überschwemmungen in einigen Teilen des Landes führten. Bei ähnlichem Wetter war vor einem Monat ein Frachtschiff vor der Nordküste des Libanon gesunken. Die meisten der rund 80 Seeleute wurden gerettet, 26 blieben vermisst.
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